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Wissen · Förderung

THG-Quote im Fuhrpark

Jedes E-Fahrzeug in Ihrer Flotte ist eine jährliche Einnahmequelle. In vielen Fuhrparks bleibt sie liegen, weil niemand sie abruft oder die Halterfrage ungeklärt ist.

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Die THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote) verpflichtet Mineralölunternehmen, ihre CO₂-Emissionen zu senken. Halter reiner E-Fahrzeuge können die eingesparten Emissionen zertifizieren lassen und verkaufen, gegen eine jährliche Prämie je Fahrzeug.

Prämie nach Fahrzeug

Wer was bekommt.

Berechtigt sind nur reine E-Fahrzeuge. Die Höhe schwankt mit dem Markt für Quotenzertifikate.

FahrzeugBerechtigt?Prämie 2026 (Richtwert)
Reines E-Auto (BEV, M1)Ja288 bis 295 € Festpreis, Höchstwert 390 €
E-Nutzfahrzeug (BEV, N1)Jateils höher
Plug-in-HybridNein–
VerbrennerNein–

Stand 08/2026. Angaben der Vermarkter 2OCean, Wirkaufendeinzertifikat und EnBW, höchster dokumentierter Festbetrag laut Anbietervergleich. Es sind Anbieterangebote und Momentaufnahmen, keine Marktnotierungen. Im Quotenjahr 2025 lag die durchschnittlich ausgezahlte Prämie bei rund 100 Euro.

So funktioniert es

In fünf Schritten zur Prämie.

01

Voraussetzung prüfen

Reines E-Fahrzeug (BEV) der Klassen M1 oder N1, eingetragener Halter laut Zulassungsbescheinigung Teil I.

02

Anbieter wählen

Fixprämie oder Flexprämie, je nach Wunsch nach Sicherheit oder Marktchance.

03

Fahrzeugschein einreichen

Zulassungsbescheinigung hochladen, der Abwickler übernimmt den Rest.

04

Meldung ans Umweltbundesamt

Der Abwickler bündelt die Quoten und meldet die Einsparung; sie geht an quotenpflichtige Mineralölunternehmen.

05

Auszahlung & Wiederholung

Prämie je Fahrzeug, Antrag für das Quotenjahr in der Regel bis 15. November, jährlich wiederholbar.

Prämienmodelle

Fixprämie oder Flexprämie.

Fixprämie

Ein garantierter Betrag, sofort ausgezahlt. Planungssicherheit, ohne auf den Markt zu wetten.

Flexprämie

Auszahlung nach dem späteren Marktpreis des Zertifikats. Mehr Chance, mehr Risiko, später.

Was wählen?

Wer Planbarkeit braucht, nimmt die Fixprämie. Wer auf steigende Preise setzt, die Flexprämie.

Der Knackpunkt

Die Halterfrage bei Dienstwagen.

Der Halter ist berechtigt

Anspruch hat, wer in der Zulassungsbescheinigung Teil I steht. Bei Dienstwagen ist das regelmäßig der Arbeitgeber, beim Full-Service-Leasing häufig der Leasinggeber.

In die Car Policy

Wem die Prämie zusteht, gehört vertraglich geklärt, nicht dem Zufall überlassen.

Drei Varianten

Unternehmen behält, Mitarbeiter behält oder Aufteilung. Jede Variante hat eigene steuerliche Folgen.

Preisbildung

Wie der Quotenpreis entsteht, und warum es keinen amtlichen Kurs gibt.

Der Preis bildet sich in einem regulierten Compliance-Markt aus Angebot und Nachfrage, nicht an einer offenen Börse.

Nachfrageseite sind die nach Paragraf 37a Bundes-Immissionsschutzgesetz verpflichteten Kraftstoffinverkehrbringer. Sie müssen ihre jährlich steigende Minderungsquote erfüllen oder eine Fehlmengenabgabe von 600 Euro je Tonne CO2-Äquivalent zahlen. Diese Abgabe wirkt als Preisobergrenze des gesamten Marktes.

Angebotsseite sind unter anderem Halter reiner Elektrofahrzeuge, deren pauschale Einsparung das Umweltbundesamt zertifiziert. Gehandelt wird überwiegend bilateral in Euro je Tonne CO2-Äquivalent. Die Plattform q-bility als Partner der Strombörse EEX bündelt einen Teil dieses Handels, veröffentlicht aber keine offenen Kurse.

Liniendiagramm: Quotenpreis in Euro je Tonne CO2-Äquivalent, Verpflichtungsjahr 2026 bei rund 425 bis 475 Euro, Verpflichtungsjahr 2025 bei rund 225 bis 260 Euro
Handelsspannen für Quoten ohne Obergrenzenregelung, Januar bis März 2026, getrennt nach Verpflichtungsjahr. Quelle: 14degrees, Wochenberichte KW 4 bis KW 11 2026. Eigene Darstellung.

Vom Tonnenpreis zur Prämie je Fahrzeug

Was beim Halter ankommt, ist nicht der Tonnenpreis, sondern eine daraus abgeleitete Prämie: Marktpreis je Tonne, multipliziert mit dem pauschalen Einsparwert der Fahrzeugklasse, abzüglich der Marge des Vermarkters. Für einen Pkw der Klasse M1 beträgt der anrechenbare Einsparwert 2026 rund 0,758 Tonnen, nach 0,746 Tonnen im Vorjahr. Grund ist der sauberer gewordene Strommix, den das Umweltbundesamt mit 119 Kilogramm CO2-Äquivalent je Gigajoule ansetzt, nach 124 im Jahr 2025.

Bei einem Handelspreis von 430 bis 475 Euro je Tonne ergibt das einen Gegenwert von rund 330 Euro je Fahrzeug. Ausgezahlt werden von den Vermarktern 288 bis 295 Euro. Die Differenz ist Marge, und sie wird verhandelbar, sobald ein Fuhrpark seinen Gesamtbestand gebündelt ausschreibt statt Fahrzeug für Fahrzeug zu vermarkten.

Was sich nicht belegen lässt

In Vergleichsportalen kursiert die Behauptung, ein theoretischer Börsenpreis von rund 392 Euro je Tonne stehe einem realen Handelspreis von rund 112 Euro gegenüber, gestützt auf eine Analyse einer großen Beratungsgesellschaft. Wir haben das geprüft: Die genannte Analyse ist nicht auffindbar, und der behauptete Handelspreis widerspricht allen unabhängigen Marktberichten desselben Zeitraums. Wir verwenden diese Zahlen deshalb nicht.

Bedeutung für den Fuhrpark

Vier Eckdaten für 2026.

12,1%
gesetzliche Quote 2026
288–295€
Festpreis je Pkw 2026
jährlich
je Fahrzeug
BEV
nur vollelektrisch

Häufige Fragen

Was Sie zur THG-Quote wissen sollten.

Wer bekommt die THG-Prämie bei einem Dienstwagen?
Der im Fahrzeugschein eingetragene Halter. Bei Dienstwagen ist das häufig der Mitarbeiter, nicht der Arbeitgeber. Wer den Anspruch nutzen will, regelt das in der Car Policy.
Wie hoch ist die Prämie 2026?
Sie schwankt mit dem Markt. Im August 2026 lagen garantierte Festpreise laut Anbieterangaben bei 288 bis 295 Euro je Pkw, der höchste dokumentierte Festbetrag bei 390 Euro. Für E-Nutzfahrzeuge fällt der Wert höher aus, weil der anrechenbare Einsparwert höher ist.
Welche Fahrzeuge sind berechtigt?
Nur reine batterieelektrische Fahrzeuge der Klassen M1 und N1. Plug-in-Hybride und Verbrenner sind nicht berechtigt.
Gilt die THG-Quote auch für Leasingfahrzeuge?
Ja. Entscheidend ist nicht das Eigentum, sondern wer als Halter eingetragen ist.
Wie oft lässt sich die Prämie abrufen?
Einmal pro Jahr und Fahrzeug, in den Folgejahren erneut.
Fixprämie oder Flexprämie, was ist besser?
Die Fixprämie ist sofort und garantiert, die Flexprämie richtet sich nach dem späteren Marktpreis und kann höher oder niedriger ausfallen.
Bis wann muss ich beantragen?
Für das jeweilige Quotenjahr in der Regel bis zum 15. November.
Ist die Prämie für Unternehmen steuerpflichtig?
Ja. Bei Firmenflotten ist sie eine steuerpflichtige Betriebseinnahme, anders als bei Privatpersonen.

Stand: 29.06.2026, Prämienangaben 06/2026 und marktabhängig. Quellen: ADAC, THG-Quote (adac.de); Finanztip, THG-Quote (finanztip.de); Verivox, Preisentwicklung THG-Quote (verivox.de); § 37a BImSchG. Abruf 29.06.2026.

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Halterfragen und Prozesse sauber aufsetzen.

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