Ein Fuhrpark- und Mobility-Glossar bündelt die zentralen Fach-, Vertrags- und Regulierungsbegriffe des betrieblichen Fuhrparkmanagements. Diese Übersicht erklärt sie kurz und praxisnah und verweist auf die passende Leistung.
Kosten & Verträge
TCO (Total Cost of Ownership)
Die Gesamtkosten eines Fahrzeugs über den vollen Lebenszyklus, nicht nur die Leasingrate. Enthalten sind Finanzierung, Kraftstoff oder Strom, Service, Reifen, Schaden, Versicherung, Steuer und Verwaltung. Die TCO ist die belastbare Grundlage jeder Fuhrparkentscheidung.
Zur Leistung →Restwert / Restwertrisiko
Der Restwert ist der erwartete Marktwert eines Fahrzeugs am Ende der Nutzungsdauer. Liegt der tatsächliche Wert darunter, entsteht ein Restwertrisiko. Je nach Vertragsmodell trägt es der Leasinggeber oder das Unternehmen.
SMR (Service, Maintenance, Repair)
Sammelbegriff für Wartung, Instandhaltung und Reparatur. SMR ist nach der Finanzierung der zweitgrößte TCO-Block und im Full-Service-Leasing meist als Pauschale enthalten.
Full-Service-Leasing
Leasingmodell, bei dem neben der Finanzierung auch Services wie Wartung, Reifen und Schadenmanagement in einer Rate gebündelt sind. Es schafft Kostensicherheit, verdeckt aber die Einzelposten und erschwert so das Benchmarking.
Leasingfaktor
Kennzahl zum Vergleich von Leasingangeboten. Sie setzt die monatliche Rate ins Verhältnis zum Bruttolistenpreis (Rate geteilt durch Listenpreis mal 100). Ein niedriger Faktor deutet auf günstige Konditionen hin, sagt aber nichts über enthaltene Services.
Kilometerleasing
Leasingvariante mit Abrechnung über eine vereinbarte Laufleistung. Das Restwertrisiko liegt beim Leasinggeber, Mehr- und Minderkilometer werden am Vertragsende verrechnet.
Steuerung & Recht
Car Policy
Die Dienstwagen- oder Fuhrparkrichtlinie eines Unternehmens. Sie regelt Berechtigungen, Referenzfahrzeuge, Budgets, Antriebsarten und Pflichten. Eine marktgerechte Car Policy ist Steuerungsinstrument und Mitarbeiterbenefit zugleich.
Zur Leistung →Halterhaftung
Die rechtliche Verantwortung des Fahrzeughalters für den verkehrssicheren Zustand und den ordnungsgemäßen Einsatz der Fahrzeuge. Ohne dokumentierte Delegation verbleibt sie bei der Geschäftsführung.
Zur Leistung →UVV (Unfallverhütungsvorschriften)
Vorschriften der Berufsgenossenschaften für den sicheren Betrieb von Arbeitsmitteln. Dienstfahrzeuge unterliegen wiederkehrenden Prüf- und Unterweisungspflichten, die nachweisbar sein müssen.
Zur Leistung →Fleet Governance
Das Regel- und Steuerungssystem, das Verantwortlichkeiten, Compliance, Halterhaftung und Risiken eines Fuhrparks verbindlich regelt.
Zur Leistung →Category Management
Die laufende strategische Steuerung einer Beschaffungskategorie über die Zeit, hier des Fuhrparks. Sie hält verhandelte Konditionen und KPIs dauerhaft stabil.
Zur Leistung →Poolfahrzeug
Ein Fahrzeug ohne feste personenbezogene Zuordnung für die dienstliche Nutzung durch mehrere Mitarbeitende. Ohne private Nutzung entsteht in der Regel kein geldwerter Vorteil, entscheidend ist eine dokumentierte Nutzungsregelung.
Beschaffung
RFP / RFQ
Request for Proposal und Request for Quotation, zwei strukturierte Ausschreibungsformate. Das RFP fragt Lösungskonzepte ab, das RFQ konkrete Preise und Konditionen auf Basis einer definierten Leistung.
Zur Leistung →Fleet Scan
Der kostenlose 4P-Quick-Check von fleetcompetence Germany. In 60 Minuten werden Procurement, Prozesse, Performance und Policy bewertet und die drei größten Handlungsfelder priorisiert.
Zur Leistung →Elektrifizierung & Regulatorik
BEV / PHEV / ICE
Antriebsarten. BEV (Battery Electric Vehicle) ist rein batterieelektrisch, PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) kombiniert Verbrenner und extern ladbaren Akku, ICE (Internal Combustion Engine) bezeichnet den reinen Verbrenner.
Zur Leistung →WLTP
Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure, das standardisierte Prüfverfahren für Verbrauch, Reichweite und CO2-Ausstoß. WLTP-Werte sind Grundlage für Steuer- und Förderkriterien.
GEIG (Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz)
Regelt die Pflicht zu Lade- und Leitungsinfrastruktur bei Neubau und größerer Renovierung von Gebäuden mit Stellplätzen. Relevant für die Ladeinfrastruktur am Standort.
Zur Leistung →Mobilitätsbudget
Ein festes Budget, das Mitarbeitende flexibel für verschiedene Verkehrsmittel statt eines Dienstwagens einsetzen. Es ergänzt oder ersetzt die klassische Car Policy.
THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote)[1]
Gesetzliches Instrument, das Inverkehrbringer fossiler Kraftstoffe zur CO2-Minderung verpflichtet. Halter reiner E-Fahrzeuge können ihre eingesparten Emissionen zertifizieren und die Quote verkaufen. Für 2026 liegt die gesetzliche Quote bei 12,1 Prozent und steigt bis 2040 weiter. Bei Firmenflotten ist die Prämie eine steuerpflichtige Betriebseinnahme.
Zur Leistung →CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive)[2]
EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Mit dem Omnibus-I-Paket (Richtlinie EU 2026/470, in Kraft seit 18. März 2026) wurde der Anwenderkreis stark verkleinert: Berichtspflichtig sind vor allem Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Mio. Euro Umsatz, die nächste Welle berichtet ab dem Geschäftsjahr 2027. Für den Fuhrpark zählt vor allem die CO2-Bilanz (Scope 1 bis 3).
Zur Leistung →Dienstwagenbesteuerung (0,25-Prozent-Regelung)[3]
Wird ein Dienstwagen privat genutzt, ist der geldwerte Vorteil zu versteuern. Für reine E-Fahrzeuge gilt die Viertelung: 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat statt 1 Prozent beim Verbrenner. Seit 1. Juli 2025 gilt die Grenze von 100.000 Euro Bruttolistenpreis (zuvor 70.000 Euro), darüber 0,5 Prozent.
Zur Leistung →Quellen zu den regulatorischen Begriffen
- THG-Quote: ADAC, „THG-Quote für Elektroautos", adac.de (Abruf 26.06.2026); gesetzliche Quote nach § 37a BImSchG, Finanztip (Abruf 26.06.2026).
- CSRD: KPMG Law, „Erstes Omnibus-Paket" zur Richtlinie (EU) 2026/470 (Abruf 26.06.2026); IHK Osnabrück, „Neuester Stand EU-Omnibus" (Abruf 26.06.2026).
- Dienstwagenbesteuerung: ADAC, „E-Auto als Firmenwagen" zu § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG (Abruf 26.06.2026).
Regulatorische Angaben geben den Stand vom 26.06.2026 wieder und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung.