Procurement
Procurement ist die erste Säule des 4P-Modells: der strategische Einkauf von Fahrzeugen, Leasing und Services. Ziel sind belastbare Konditionen statt fortgeschriebener Verträge.
Definition
Procurement bezeichnet im Fuhrpark den strategischen Einkauf von Fahrzeugen, Leasing und Services. Gegenstand sind nicht einzelne Preise, sondern die Konditionenarchitektur: Laufzeiten, Leasingfaktor, Servicebausteine, Rückgabebedingungen und die Frage, wie verhandelte Konditionen im Bestellprozess tatsächlich ankommen.
Der Unterschied zur klassischen Beschaffung liegt im Zeitpunkt. Wer erst beim Bestellvorgang prüft, verhandelt über einen Rahmen, der längst gesetzt ist. Procurement setzt eine Stufe davor an, beim Rahmenvertrag und beim Anbieterportfolio.
Worauf wir schauen
Die Stellhebel der Beschaffungsdimension.
Vertragslaufzeiten
Automatische Verlängerungen ohne Benchmark sind eine typische Kostenquelle.
Leasingfaktor und Services
Rate und Servicebestandteile getrennt bewerten, nicht nur den Faktor vergleichen.
Lieferantenbündelung
Volumina bündeln, um Verhandlungsmacht zu schaffen.
Restwertmodell
Restwertrisiko und -logik bestimmen die Rate maßgeblich.
Marktbenchmark
Konditionen gegen den Markt halten, nicht gegen das eigene Vorjahr.
Bestellprozess
Erzielte Konditionen müssen im Bestellprozess auch ankommen.
Typische Ausgangslage
Was wir in Fuhrparks regelmäßig vorfinden.
Verträge laufen weiter, weil niemand kündigt
Rahmenverträge mit automatischer Verlängerung sind der häufigste Befund. Die Konditionen sind nicht schlecht verhandelt, sie sind nur alt.
Der Leasingfaktor wird isoliert verglichen
Zwei Angebote mit gleichem Faktor können sich in den Gesamtkosten deutlich unterscheiden, sobald Service, Reifen, Versicherung und Rückgaberegeln einbezogen werden.
Benchmark gegen das eigene Vorjahr
Ein Vergleich mit den eigenen alten Konditionen zeigt Fortschritt, aber nicht das Marktniveau. Belastbar wird er erst gegen aktuelle Angebote vergleichbarer Flotten.
Vorgehen
In drei Schritten, in dieser Reihenfolge.
1. Bestand und Verträge erfassen
Fahrzeuge, Laufzeiten, Kündigungsfristen, Servicebausteine und tatsächliche Abrechnungen je Anbieter.
2. Marktniveau bestimmen
Strukturierte Ausschreibung mit vergleichbaren Leistungsverzeichnissen, damit Angebote rechnerisch gegenüberstellbar sind.
3. Konditionen in den Prozess bringen
Verhandeltes Ergebnis in Bestellrichtlinie, Fahrzeugliste und Freigabeprozess übertragen, sonst bleibt es Papier.
Woran wir den Fortschritt messen
Wenige Kennzahlen mit fester Bezugsbasis.
Die Kennzahlen sind Definitionen, keine Zielwerte. Zielwerte ergeben sich aus der Ausgangslage der jeweiligen Flotte.
Zugehörige Leistungen
So operationalisieren wir Procurement.
Häufige Fragen
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